Die Rübeländer Höhlen–Höhepunkte unter der Erde

Der Harz ist als nördlichster Abschnitt der deutschen Mittelgebirgsschwelle im Hinblick auf den Bergbau eine sehr geschichtsträchtige Region; aufgrund der reichen Erzvorkommen entstanden im Harz bereits sehr früh Bergwerke, wie das Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar (UNESCO-Weltkulturerbe) mit über 1.000 Jahre Förderung beweist. Auf der Suche nach den wertvollen Erzen wurde im Harz oftmals auch eine Höhle entdeckt, wie dies bei Rübeland der Fall war. Der „Höhlenort“ Rübeland ist ein Ortsteil von Elbingerode (Harz), das wiederum zur Stadt Oberharz gehört; er liegt im Tal der Bode und ist über die Bundesstraße 27 und die Rübelandbahn gut zu erreichen. Die Zusatzbezeichnung „Höhlenort“ erhielt Rübeland im Jahr 2004 aufgrund seiner zahlreichen großen und kleineren Höhlen in der Umgebung, was selbst für den Harz außergewöhnlich ist. Die älteste Höhle ist die Baumannshöhle direkt neben der ebenfalls sehr bekannten Hermannshöhle, die Biels- und die Schmiedeknechthöhle sind dagegen für Besucher nicht zugänglich. Bei einem Urlaub im Harz gehört der Rundgang durch eine Höhle in Rübeland unbedingt dazu.

Die Baumannshöhle bei Rübeland – die Höhle mit dem Goethesaal

Im Jahr 1536 entdeckte der Bergmann Friedrich Baumann auf der Suche nach Erzgängen bei Rübeland einen riesigen Hohlraum. Die Höhle wurde nach ihrem Entdecker Baumannshöhle genannt und zu einer der ältesten Schauhöhlen der Welt erweitert, bereits aus dem Jahr 1646 sind organisierte Führungen dokumentiert; einer der bekanntesten Besucher war in den Jahren 1777, 1783 und 1784 Johann Wolfgang von Goethe. Durch Grabungen zwischen 1888 und 1890 wurden weitere Räume und ein neuer Ausgang entdeckt; ab 1921 war dann die gesamte Höhle für den Publikumsverkehr zugänglich, sie wurde elektrifiziert und vermessen. Die Höhlenabteilungen erhielten entsprechend ihrer Tropfsteinformationen Namen wie Schildkrötenschlucht, Palmengrotte, Säulenhalle und Märchenwald, der größte Raum (60×40 m) wurde Goethesaal genannt. Hier finden auf einer Naturbühne jährlich die Höhlenfestspiele mit Theateraufführungen und Konzerten statt, eine warme Garderobe ist allerdings zu empfehlen; romantische Trauungen und Kindergeburtstage können im Goethesaal ebenfalls durchgeführt werden.

Kristallkammer und Grottenolme – die Hermannshöhle bei Rübeland

Die Hermannshöhle wurde im Juni 1866 durch Wilhelm Angerstein bei Straßenbauarbeiten entdeckt, den Namen erhielt die Höhle durch ihren ersten Erforscher, den Geheimen Kammerrat Hermann Grotrian. Die Grabungen erbrachten zahlreiche Knochenfunde (Bärenfriedhof) und als wichtigste Entdeckung die einmalig schöne Kristallkammer; als erste elektrifizierte Schauhöhle Deutschlands wurde die Hermannshöhle am 1. Mai 1890 eröffnet. Weitere Forschungen in den Jahren 1924-38 führten zu neuen Hohlräumen (Berggeisterhalle, Olympiahalle, Ende der Welt, Fledermausschlucht), so dass mittlerweile 1.000 m Ganglänge auf 6 Höhlenstockwerken für Besucher begehbar sind. Eine besondere Attraktion der Höhle ist der künstliche See mit Grottenolmen, die 1932 und 1956 hier eingesetzt wurden; inzwischen sind sie einige Jahrzehnte alt – äußerst jung gegenüber den mächtigen Tropfsteinen.

Weitere Infos, Tickets etc. unter https://www.harzer-hoehlen.de/

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